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Wenn ich mir was wünschen dürfte

Vom Leben im schwäbischen Städtle
copyright Rottweil ist überall

Thema allerorten. Ein Thema, das mich auch umtreibt. Schon wieder zwei Familien, die aus der Stadt weggezogen sind, bzw es vorhaben.

Wir sind eine aussterbende Spezies.

Wenn ich mir was wünschen dürfte, würde  ich mir ein anderes Bauen wünschen.  Keines, das Stadtleben zur Notlösung deklariert und das Eigenheim im Neubauviertel zum Ziel allen Strebens. Kein Zweikampf Kernstadt contra Spitalhöhe und Co. Wenn raus aus der Stadt, dann vielleicht in ein Dorf, das sich auch wie ein solches anfühlt. Oder ganz raus - in die Einsiedelei, die verblüffenderweise ja mitunter Aussiedelei heißt. Selbst Hochhäuser und Mehrfamilienblocks sind denkbar – wenn sie gut gemacht sind. Aber eigentlich mag ich´s gerne, so zwischen  Au und Hochturm, Juhe und Stadtgraben. Auch und gerade mit Kindern.

Ich seh´s halt nicht. Ich verstehe nicht, was daran so ultimativ erstrebenswert sein soll. So ´must have´, dass man sich auf 30 Jahre und mehr verschuldet und dem alles unterordnet, Mann, Kind, Kegel, alles.  Ich seh auch das ´individuell´ nicht. Für mich sieht ein Neubauviertel aus wie´s andere, und auch die Häuser unterscheiden sich nicht wirklich voneinander.

Und dann die Gärten – die Stelen und Skulpturen finde ich bisweilen ausgesprochen hässlich. Und wo man sich für einen ´modernen, pflegeleichten Steingarten´ entschieden hat, wundere ich mich, was gegen eine Eigentumswohnung gesprochen hat. Da hätte sich die Frage nach der Gestaltung einer Außenanlagen von vornherein erübrigt, und man hätte sich gleich getrost dem Grillmobiliar auf der Terrasse widmen können.

Neiden tu ich vielleicht Trampolin und Sandkasten. Aber dafür raus aus der Stadt?  Da muss es in der Tat andere Lösungen geben.

Ein Spielplatz, wo Wasserlauf neben Sandkasten ist, und ein Kind darf beides auch zusammenbringen.  Das ´grüner´ aus ´Höher, Grüner, Weiter´ gilt tatsächlich, und es wird nicht Erde durch Kies ersetzt.Neu muss nicht möglichst geräumige, nichtsdestotrotz unauffällige Langeweile sein. Neu darf man sehen. Bunte und bewachsene Fassaden. Balkone nach vorne zur Straße hin, wo es was zu gucken gibt, und so, dass Wohnen und Flanieren zusammenfindet, und Stadt und -leben. Und wo es auch mal geräuschvoll zugehen darf, weil Stadtleben eben nicht Prärie ist. Und das wissen auch alle.

Nicht jede Fläche, auf der sich unter Auferbietung aller erdenklichen Kräfte ein Abriß des Vorhandenen durchsetzen lässt, wird mit den ewig gleichen, sterbenslangweiligen Klötzen bepflastert. Klötzen, die vorab auf den propagierten Plänen immer anders aussehen, in den Proportionen, und im Flair, bestückt mit Giebelchen und Erkerchen, Stuck und Schmuck, und die am Ende dann wieder dasselbe Baukastensystem ohne jeden Schnörkel sind. Mit Balkonen, die in lichtarme Korridore weisen. Welche abends um acht geräumt werden, weil anscheinend alle die Stille der Prärie verlangen. Und wo mit dem Räumen der Balkone das Herablassen der Rollläden einhergeht, weil man so viel Nachbarschaft eigentlich gar nicht erträgt.

Oder gleich das Alte nutzen. Kein Neubau mit nostalgischem Titel ´Zur Paketpost´ oder ´Alte Feuerwache´. Sondern das ist drin, was draufsteht – alte Feuerwache. Wohnraum, wie es das Gebäude nahelegt. Große Wohnungen für Familien mit Kindern oder WGs, wo das geht, und kleine mit Kochnischen oder wenigstens eigenem Sanitärbereich, wo der Raum nicht mehr erlaubt. Einzelne Zimmer auch bloß, für Leute, die sich gar nicht mehr leisten können. Barrierefrei wo irgend möglich. Eine Gemeinschaftsküche. Darin wird  auch regelmäßig für alle gekocht. Und ein Saal, in dem Geburtstage gefeiert werden, und an Weihnachten steht da der Christbaum. 

Ein hausinterner Waschsalon mit Waschmaschinen, Trocknern und Leinen, die samt und sonders geteilt werden. Und auf dem Dachboden - unisoliert, weil das fürs Dachgebälk anscheinend besser ist - ein Indoorspielplatz, mit Trampolin und Kettcarbahn, Sandkasten und Schaukel im Gebälk. Jeder kennt jeden, und das eine Haus ist Heim für alle. Und damit man die vom Haus nebenan auch kennt, gibt es Gässlefeste.

Ich vermute, so wird es nicht kommen. Neu - ja gerne, aber so, dass man es schon kennt. Und bitte keine Generationen- und Milieuüberschreitungen. Man will für und unter sich sein. Und aus jedem Quadratmeter wird das Maximale rausgeholt. Das Maximale nicht an Lebensqualität, sondern an Gewinn. Für ein paar wenige. Und die Kinder ziehen fort.

Schade.

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