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Gute Momente

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18.04., Sonntag

Einige Tage ohne ´gute Momente´? Bestimmt nicht. Es gab sie, ich weiß es wohl. Nur habe ich sie offenbar nicht wahrgenommen. Sie waren und entfalteten ihre heilsame Kraft, aber sie zogen vorüber und blieben im Geist unbemerkt. Als wäre da kein Platz gewesen für derartiges.

Dann dieser  eigentlich tristgraue Sonntagmorgen. Aufgewacht mit Vogelgezwitscher, wie es schöner nicht sein kann. Ein früher Morgenspaziergang in neuen Gefilden. Ich sehe einen Biber, vielleicht war´s auch eine Bisamratte, aber da sind Biberbissspuren ion der Nähe. Was immer es ist - ich freue mich sehr darüber.

Der Wald ist dunkel, und grün, undfeucht, weich und eine Wohltat.

Ach, eines noch - die Meldung vergangene Woche, dass die Isolation der geimpften Heimbewohner weniger streng sein soll - mehr Besuche, längere - immerhin. Das hat mich gefreut.

06. April

Nach dem missglückten Ostermontag ein Chilltag. Abends eine Stunde in der Küche, in den Sitzsäcken hängend, lesend, kuschelnd; ein weiteres Gespräch über die Streits des Vortages, und es ist ausgestanden.

04. April, Ostersonntag

Der Osterhase beglückte die KInder. Er hat es ziemlich gut getroffen dies Jahr.  Sogar mir hat er was gebracht - Schokolade und eine fast origamiesk zum Schiff gefaltete Karte, im Bug ein Spruch:

Ostern Ostern, Auferstehn, lind und leis die Lüfte wehn. Hell und froh die Glocken schallen. Osterglück den Menschen allen.

Okay. Das will ich mir zu Herzen nehmen.

Ich schiebe Corona weit weg. MIt Lockdown haben wir ja mittlerweile Übung. Jeder muss ihn so leben, wie er kann, ohne Schaden zu nehmen.

Die Wettervorhersage verheißt nicht viel Verlockendes für den Rest der Woche, aber heute passte das Wetter zum Festtag. Picknick in der Sonne, später Chillen im Hof. Ich habe Muse, ein Buch in die Hand zu nehmen. Das fühlt sich großartig an - die Kinder beschäftigen sich selbst, die Sonne steht bereits so hoch, dass sie es bis in unsere Hofparzelle schafft und ich habe ein Buch in der Hand. Das ist ein Leben!

01. April

Morgens einer Cousine per Sprachnachricht ein Geburtstagsständchen gesungen. Sie wird heute 60. Abends erfahren, dass sie sich sehr gefreut hat und ganz wunderbar in den Tag gestartet ist danach. Und dass sie erst am 24. April Geburtstag hat.

Ich meine, das geht als Aprilscherz durch. Wäre das auch abgehakt.

31. März

Den Hof aufgeräumt und eingeweiht.  Fenster geputzt. Ganz neue Sicht auf die Dächer gegenüber. Mit einer Freundin telefoniert.

29. März

Sonne im Gesicht, Wind in den Haaren und Vogelgezwitscher im Ohr. Vergessen ist der Morgen des Grauens im Nachhall der Zeitumstellung. (siehe "Scheußlichkeiten").

Am Mittag, in Erwartung einer Verschärfung des Lockdowns, diesmal heißt er ´Notbremse´, nochmal einkaufen gegangen. Ostern steht vor der Türe, und der Osterhase hat es immer gut gemeint mit den Kindern. Das soll auch dies Jahr so sein. Schöne Radtour und gute Käufe.

Abends ein Moment der Erfüllung. In diesem Lockdown passiert doch eigentlich recht viel und habe ich oft das Gefühl, das Leben purzelt regelmäßig übereinander. Immerhin, wir purzeln nicht alleine, sondern im Verbund, und so in der Gemeinschaft geht es eigentlich. Noch haben wir eine ganz ordentliche Bodenhaftung. Und der Funke, den es braucht, um auch wieder abzuheben, ist noch deutlich spürbar.

Die Brunnen in der Stadt laufen wieder. Ich liebe ihr Plätschern, wenn ich abends rausgehe und kaum mehr jemand unterwegs ist.

22. März

Der Moment, wenn die Kinder nach einer Woche bei Papa von der Schule heimkommen und Ranzen, Jacken und Schuhe in der Diele fallen und unverzüglich das Heim in Beschlag genommen wird.

20. März

Wochenende. Yeah. Ich habe das Gefühl, es wirklich zu brauchen - zwei Tage ´frei´. Es reicht.  Ich bin müde.

Ich habe mich so in meinem Lockdown eingeigelt, dass es mir kaum mehr etwas ausmacht, nicht raus zu können. Seit Monaten habe ich dies kleine Städtchen schon nicht mehr verlassen. Selbst eine Zugfahrt nach Stuttgart gälte gerade als Fernreise. Wenn ich jetzt so drandenke spüre ich allerdings doch ein Sehnen. Ich würde mich gerne mal wieder mit den Freundinnen treffen, mit der ganzen Bande, nicht nur einzeln, und auch nicht per zoom. MIt dem Irrsinn von Inzidenzwerten und Neuinfektionen, mit Impfchaos und Maskenaffaire, mit Verquerdenkern und all dem mag ich mich nicht befassen. Es nervt mich, und ich finds blöd. Ich finde blöd, dass man nach Mallorca fliegen, aber hier nicht in den Biergarten sitzen kann, und dass man sich in den Kaufhäusern drängelt, die Boutiquen in der Innenstadt aber geschlossen haben. Ich würde eh nicht hingehen, aber andere vielleicht, und die Besitzer tun mir leid. Kino wäre schön, Theater und Schwimmbad. Ich träume von Wasser. Ich will nicht an Corona denken.

Am Abend spontan Besuch von einer Freundin gehabt, am Küchenfenster Wein getrunken. Ich liebe diese Vertrautheit unter Frauen, wenn man ganz selbstverständlich im selben Satz lachen und weinen kann und weiß, das Gegenüber versteht. Wenn es traurig ist, aber nie hoffnungslos, zotig, aber nie dreckig, albern, aber nicht dumm, intim, aber nicht übergriffig. Das sind Denk-und Verhaltensweisen, die finden in Kopf und Herz statt, nicht in Körperteilen unterhalb des Bauchnabels.

Ich denke an die Frauen in der Türkei. Die Fundamentalmänner sind aus der Frauenschutzkonvention ausgetreten. Familie ist rechtsfreier Raum. Das zwingt Frauen zu Gehorsam. Der Mann schreibt vor, was für eine Mutter sie sein soll. Das ist niederschmetternd.

Aber da ist eine tolle junge Genereration von Frauen, die weiß, was sie will, und die einfordert, was ihr zusteht. 

So kommen gute Momente in eher mittelmäßige bis schlechte.

18. März

Spazieren gewesen. Mein Begleiter wollte erst nicht. Der will eigentlich nichts außer seine Ruhe, am Liebsten eine Ruhe, die Grabesstille gleichkommt. „Tot ist man lange genug“, sag ich, und „auf was sicheres ist gut warten“. Und wenn es nun noch zehn Jahre dauert? Oder mehr? Will man die im Stuhl sitzend vor sich hin stierend verbringen? Es KANN nur besser werden. Alles ist besser als dies Rumsitzen. Er lässt sich dann doch motivieren. Wir stehen am Teich, es beginnt zu schneien, kleine, leichte, trockene Flocken, die auf der Haut kitzeln und im grünen Grass verschwinden. Die Enten auf dem Teich schwimmen gemütlich vor sich hin. Ich war hier schon öfter spazieren. „In meinem nächsten Leben werde ich ein Hund“, sagt eine meiner sonstigen Begleiterinnen gerne. Ich denke dann immer, nee, nich Hund - Ente sollte man sein. Die frieren nicht mal, wenn sie im fast zugefrorenen Teich paddeln. Kurz mit dem Kopf ins Wasser, einen Happen essen, und träge weiterschweben. Und wenn das Schwimmen zu öde wird, dann hochfliegen und die Welt von oben betrachten. Viele sind zu zweit unterwegs. Enten pflegen lebenslange Beziehungen. Auch das finde ich beeindruckend. Und mein Begleiter und ich, wir stehen da, und gucken den Enten zu, und spüren den Schneeflocken nach, und dann quaken sie im Wechsel und um die Wette. Da haben zwei Weibchen echt was zu schnattern.  Dann ist wieder still, und der Teich ein Bild des Friedens. Das war ein guter Moment.

17. März

Schöne Stunden mit den Eltern. Zusammen gekocht und gegessen, erzählt und gelacht.

Es war um offene Türen gegangen, und wir haben uns daran erinnert - ich hatte das ganz vergessen gehabt - wie eine Zeitlang immer wieder Leute aus Prag bei uns eincheckten. Angefangen hatte es damit, dass der Rugbytrainer der Prager Mannschaft für ein Spielewochenende bei uns untergebracht war. Das war für alle Beteiligten sehr nett gewesen. Danach wanderte unsere Adresse  irgendwie in Prag von Straße zu Straße weiter und immer wieder meldete sich jemand für ein paar Tage an und wohnte im ´Nähzimmer´, in dem sowieso nie genäht wurde. Uns bescherte das einen Vorrat an Slibowiz, von dem wir bis heute zehren, und meterlange mit allerhand Lexika gefüllte Regale, die der Mannschaftstrainer uns für jeden Besuch zukommen ließ. 

Ausserdem haben wir Nägel geschnitten und Hände gecremt, bis am Ende aus "I han so wiaschde Hend" "dia sen doch eigentlich ganz schee" geworden war.

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